Neue Lehrkräfte für den Norden

Die neuen Studierenden im Masterstudiengang „Musik unterrichten“.

Das Pilotprojekt wird zum Erfolgsmodell: An der Hochschule für Musik und Theater Rostock startet der neue Jahrgang in den Q-Masterstudiengängen mit einer Rekordteilnehmerzahl.

Das Experiment ist geglückt. Vor zwei Jahren startete die Hochschule für Musik und Theater ein neues Studienprogramm, um dem eklatanten Lehrkräftemangel im Norden zu begegnen. Ein einjähriges Masterprogramm mit dem Abschluss Master of Arts sollte vor allem Absolventinnen und Absolventen künstlerischer sowie instrumental- und theaterpädagogischer Studiengänge erreichen, die bereits im Beruf stehen, und ihnen berufsbegleitend den Weg in den Seiteneinstieg in das Lehramt ermöglichen. Im dritten Jahrgang starten nun mit 37 Studierenden etwa doppelt so viele wie in den ersten beiden Jahrgängen. Das Pilotprojekt ist mittlerweile landesweit Vorbild für ähnliche Weiterbildungsmasterstudiengänge, die noch mehr Menschen für das Lehramt nachqualifizieren sollen.

Die Studierenden an der hmt Rostock kommen aus allen norddeutschen Bundesländern und zum Teil auch darüber hinaus. Einige machen sich aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Hessen jeden Monat auf den Weg nach Rostock, um an den Präsenzveranstaltungen in der Hochschule teilzunehmen. Das Studium teilt sich in Blockseminare am Wochenende und Onlineunterrichte unter der Woche. 

Auch für viele zugewanderte Künstlerinnen und Künstler, Theaterwissenschaftlerinnen und Musikwissenschaftler ist der Studiengang attraktiv, um sich für das Lehramt an deutschen Schulen nachzuqualifizieren. Die Studierenden in den neuen Quereinstiegs-Masterstudiengängen kommen zum Teil aus entfernten Ländern wie Chile, Kasachstan, Russland und Kolumbien. Einige Studierende haben zunächst eine Ausbildung (zum Beispiel zur Erzieherin) absolviert, später berufsbegleitend einen Bachelorabschluss erworben und schaffen nun über das Studium an der hmt Rostock den Sprung in den berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst oder andere Quereinstiegsprogramme.

Für die Rostocker Hochschule ist der Zulauf über Mecklenburg-Vorpommern hinaus ein großer Erfolg. Und es ist zumindest ein kleiner Schritt auf dem Weg, die Lehrkräfteversorgung in den künstlerischen Fächern zu verbessern und der zunehmend diversen Schülerschaft auch mit einer ebenfalls bunteren Lehrerschaft zu begegnen. Die bisherigen Absolventinnen und Absolventen schätzen vor allem den hohen Praxisbezug des Studiums, die kleinen Kurse, das vielfältige Lehrangebot und die modularisierte Struktur aus Präsenz- und Onlineveranstaltungen. Diese Studienstruktur ist in den Lehramtsfächern Musik und Theater bundesweit bislang einzigartig und könnte Modellcharakter auch für andere Hochschulen haben.

28.03.2025, Philipp Lang, hmt Rostock

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